Serviceanlage SBB Herdern, Zürich-Altstetten

Referenz-PDF, 649 KB
Projektdaten
Bauherr SBB Immobilien, Development Ost, Hohlstrasse 532, 8021 Zürich
Bauleitung Allreal Generalunternehmung AG, Eggbühlstrasse 15, 8050 Zürich
Auskunft Allreal Generalunternehmung AG, Eggbühlstrasse 15, 8050 Zürich
Leistungen Schutzgerüst, Altlastsanierung, Baugrubenabschlüsse, Baugrubenaushub, Pfahlfundation, Unterfangung, Umgebungsarbeiten, Werkleitungen
Bausumme(CHF) 10.2 Mio.
Bauzeit Jan-2012 bis Aug-2013
Projektbeschreibung
Technische Daten
Schutzgerüstbau (Bauhöhe 9 bis 13m) 5'430 m2
Pfahlfundation 6'500 m
Baugrubenabschlüsse 665 Stk.
Spundwände 1'900 m2
Spritzbeton / Nagelwände 200 m2
Vorspannanker 30 Stk
Bodennägel 20 Stk
Aushub 19'000 m3
Altlastvolumen 55‘000 t
Auftrag / Vorgehen

Die SBB realisiert im Gebiet Herdern in Zürich-Altstetten die Erweiterung der bestehenden Serviceanlage. Die im Jahr 2000 in Betrieb genommene Serviceanlage ist ausgelastet und nicht ausgelegt für Ganzzüge bis 400 m. Die heute bestehenden 3 Gleise werden mit der neuen Anlage auf 6 erweitert. Die Inbetriebnahme der neuen Anlage (in der Animation die grosse Halle direkt rechts neben der heute bestehenden) soll Ende 2013 erfolgen. Das Gebäude wird mit seinen 425 m Läge das drittlängste der Stadt Zürich sein.

Die neue Anlage kommt auf die Altdeponie Herdern zu liegen, welche über einer ehemaligen Lehmgrube errichtet und zwischen 1910 und 1950 mit Hauskehricht, Kehrichtschlacke, Giessereisanden und Restaushub aufgefüllt wurde. Der zuoberst liegende Restaushub ist schwach bis mittel belastet, der Kehricht, die Schlacke sowie die Giessereisande sind stark bis sehr stark belastet.

Die Oberfläche der Deponie Herdern war vor Baubeginn eine ökologische Ausgleichsfläche. Wildbienen, Eidechsen und weitere wärmeliebende Tiere und Insekten tummelten sich auf verschiedenen dafür hergerichteten Steinhaufen, Trockenmauern und Holzstücken. Das Bauprogramm musste der Winterruhe dieser Tiere angepasst werden. Dank den sehr milden Temperaturen im März sind die Eidechsen bereits früher aus dem Winterschlaf erwacht und die Strukturen konnten glücklicherweise früher als erwartet rückgebaut und entsorgt werden.

Bauführer und Polier vor Ort sind Hans Brugger und Oliver Rast von EbiB. Von EbiA sind Roland Burkhalter und Charlotte Ganter für die Altlasten zuständig. Vor Ort sind momentan ein Raupenbagger CAT 325 mit 3D GPS-Steuerung und ein Raupenbag-ger CAT 308, ein Grossdumper A25 sowie ein Trax 963.

Die Abfuhren erfolgen wenn immer möglich per Bahn, je nach Belastung in die Inertstoffdeponie Hardrütenen in Weiach oder in die ESAR in Rümlang, wo das Material, falls nötig, wieder aufgeladen und per LKW noch weitergeführt werden kann, bis es seinen Bestimmungsort erreicht hat. Teilweise wird auch direkt auf LKWs verladen.  Um auf die Baustelle zu kommen, müssen jedoch Rangiergleise überquert werden, die wegen den Zügen nicht immer passiert werden können. Darum wird versucht, wenn immer möglich per Bahn abzuführen. So können je nach Zugskomposition 950 bis 1080 Tonnen abgeführt werden.

Die zu entsorgende Menge beträgt etwa 55‘000 Tonnen. Das gesamte Areal ist belastet, darum muss alles Material triagiert werden. Dies geschieht aufgrund optischer Merkmale, da die einzelnen Schichten gut voneinander unterschieden werden können. Die Belastungen sind allerdings sehr unterschiedlich, vor allem in den tieferen Schichten. Das Aushubmaterial wird deshalb auf Haufen von etwa 200 m3 zwischengelagert, fortlaufend beprobt, auf Schadstoffe analysiert und anschliessend entsprechend der Belastung abgeführt.

Je tiefer der Aushub erfolgt, desto stärker stinkt das abgelagerte Material. Durch die Verwesung des ausgehobenen Materials sind Deponiegase entstanden, teilweise ist abgelagertes Altöl daran, sich abzubauen. Wegen dem sich freisetzenden Methan und weiteren Gasen darf auf der Baustelle wegen Explosionsgefahr nicht geraucht werden, insbesondere während den diversen Pfahlarbeiten. Mit einem Explosimeter wird von Zeit zu Zeit die Gaskonzentration gemessen, bis jetzt wurde aber glücklicherweise noch keine besorgniserregende Gaskonzentration nachgewiesen.

Ende April ist der Aushub das erste Mal bis in den Siedlungsdeponiekörper gelangt. Es finden sich haufenweise Büchsen, Glasflaschen, Pfannen, Schuhsohlen, Bettfedern usw., was auch entsorgungstechnisch eine Herausforderung ist. Es werden in den nächsten Wochen noch einige 1000 Tonnen solcher Materialien ausgehoben und abgeführt, der grösste Teil der Altdeponie Herdern wird aber vor Ort bleiben, nur der baubedingt anfallende Aushub wird entsorgt.

So hoffen weiterhin wir auf robuste Geruchsnerven, gutes Wetter, pünktliche Züge und kurze Wartezeiten beim Bahnübergang.

Kontakt

Eberhard Recycling AG
Steinackerstrasse 56
Telefon +41 43 211 22 20
Postfach
CH-8302 Kloten
www.eberhard.ch

zurück zu den referenzen