Geschichte

Unternehmerischer Mut aus der Not heraus

1954 gründeten Heiri und Ruedi Eberhard die Gebrüder Eberhard als Bagger- und Traxunternehmen. Mit wenig Kapital, aber viel technischem Erfindergeist starteten sie in eine Zeit, die von Improvisation und Innovationswillen geprägt war. In den Anfangsjahren entstanden zahlreiche Eigenumbauten von Maschinen, improvisierte Lösungen und erste Baggerarbeiten, die oft mit einfachsten Mitteln umgesetzt wurden. Die Brüder setzten früh auf robuste Baumaschinen und auf Eigenverantwortung im Team – ein Ansatz, der schnelle Entscheidungen und direkte Zusammenarbeit auf der Baustelle ermöglichte. Erste Rückbau- und Tiefbauprojekte, wie etwa die zweite Ausbauetappe des Flughafens, prägten diese Zeit ebenso wie der Aufbau eines leistungsfähigen Maschinenparks, der stetig erweitert und angepasst wurde. Der Einsatz des weltweit grössten Bulldozers, Caterpillar D10 mit fast 90 t Einsatzgewicht, rationalisierte 1979 den Felsabtrag. 

Technik als Werkzeug, nicht als Selbstzweck

Mit grösseren Projekten wuchs auch die technische Kompetenz. Neue Caterpillar Bagger, Radlader und Bulldozer, wie etwa der rund 100 t schwere D11N, erweiterten die Möglichkeiten auf den Baustellen. 1987 wurde die ursprüngliche Firma im Rahmen des Generationenwechsels zur Eberhard Bau AG weiterentwickelt und professionalisiert. Gleichzeitig begann das Unternehmen, sich stärker auf Rückbau, Materialaufbereitung und innovative Bauverfahren zu fokussieren, ein wichtiger Schritt hin zur späteren Kreislaufwirtschaft.

Recycling wird Teil der DNA

1989 entstand mit der Eberhard Recycling AG ein neues Unternehmen innerhalb der Gruppe – ein Meilenstein, der die strategische Ausrichtung nachhaltig veränderte. Mit der Bodenwaschanlage ESAR wurde 1993 eine der modernsten Anlagen zur Behandlung belasteter Materialien in Betrieb genommen. Die 1995 übernommene Ebiox AG erweiterte die Möglichkeiten im Bereich der biologischen Altlastsanierung. Recycling wurde vom Nebenbereich zum Kern des Geschäftsmodells. Parallel dazu wuchs der Maschinenpark mit leistungsstarken Maschinen von Caterpillar und modernen Aufbereitungsanlagen, die eine industrielle Wiederverwertung ermöglichten. 2003 folgten der Bezug des DienstLeistungsZentrums DLZ in Oberglatt sowie die Gründung der Eberhard Holding AG, unter deren Dach die verschiedenen Unternehmungen zusammengeführt wurden. Ein entscheidender Schritt vom Bauunternehmen zur strukturierten Unternehmensgruppe. 2007 unterzeichneten die Eberhard Unternehmungen den Vertrag für die Sanierung der Sondermülldeponie (SMDK) in Kölliken. Um die Rohstoffversorgung zu sichern erfolgte 2009 die Übernahme der Weiacher Kies AG und des Porphyrwerks Detzeln. Nach einem Unterbruch liefen die SMDK Rückbauarbeiten auf vollen Touren: 2012 war die Hälfte der geplanten Menge erreicht. Drei Jahre später war der Rückbau des Deponiekörpers abgeschlossen. 

Vom Unternehmen zur Plattform

Mit neuen Recyclingzentren, Deponiestandorten und innovativen Anlagen entwickelte sich Eberhard zunehmend zum Kompetenzzentrum für Bau und Umwelt. Die Idee, Technik und Geschichte sichtbar zu machen, führte zur Weiterentwicklung des Baumaschinenmuseums (Eröffnung 2015) und später zur Gründung der EBIANUM AG, die Maschinenkultur und Unternehmensgeschichte öffentlich zugänglich macht. Historische Seilbagger, Bulldozer und Spezialgeräte zeigen seither die technologische Entwicklung des Unternehmens.

Bauen im Kreislauf

Die Unternehmensgruppe wächst weiter durch neue Beteiligungen und Innovationen. Digitale Baustellenprozesse, elektrische Maschinen wie der CAT 988K XE oder der Volvo Radlader L25 electric sowie neue Hydraulikbagger von Caterpillar prägen den Alltag. Die Gründung und Weiterentwicklung der zirkulit AG sowie die Integration der Concretum Construction Science AG 2020 erweitern das Portfolio in Richtung Baustoffentwicklung und internationaler Projekte. Mit dem Aufbau modernster Anlagen wie dem EbiMIK entsteht eine neue Generation von Recyclingtechnologien, die Materialien hochwertig im Kreislauf halten. Auch die Integration neuer Partnerunternehmen, etwa im Baustoffbereich oder 2023 mit der Familienunternehmung Merz,  zeigt den Wandel zur breit aufgestellten Gruppe.

Geschichte, die weitergeht

2024 erreichte das EBIANUM erstmals 65’000 Besucherinnen und Besucher pro Jahr. Neue Grossprojekte wie etwa der Ausbau der Autobahn im Hardwald, innovative Baustellenlogistik per Bahn mit der Terrarail Modalsplit AG und die kontinuierliche Erweiterung des Maschinenparks, unteranderem mit dem ORCA Schubboot, prägen die Gegenwart. 2025 feiert Ruedi Eberhard seinen 100. Geburtstag – ein Symbol für die Verbindung zwischen Gründungsgeneration, heutiger Führung und kommenden Entwicklungen. Im Mai 2025 feierte das EBIANUM sein 10. Geburtstag und Juli begann der Kiesabbau in der neue Grube Hasli bei Weiach.

Enkelfähig handeln

Heute vereint die Eberhard Holding AG Unternehmen wie die Eberhard Bau AG, Eberhard Recycling AG, EBIANUM AG, Concretum Construction Science AG, zirkulit AG und weitere spezialisierte Firmen unter einem Dach. Aus einer Baggerfirma ist eine Unternehmensgruppe entstanden, die Bau, Umwelttechnik, Baustoffentwicklung und Kreislaufwirtschaft verbindet – getragen von Familienwerten, technischen Innovationen und dem Anspruch, enkelfähig zu handeln. Wir entwickeln die Geschichte konsequent weiter.